Ärztinnen und Ärzte, das Pflegepersonal und auch das Essen sind oft Themen, wenn man über ein Krankenhaus spricht. Was Patientinnen und Patienten weniger bewusst erleben, ist jedoch genauso wichtig: die Hygiene im OP. Dazu gehört auch die fachgerechte Reinigung und Desinfektion der OP-Instrumente. Im Fachjargon spricht man von der Aufbereitung von Medizinprodukten. Und die Wertachkliniken haben in Bobingen rund eine Million Euro in eine komplett neue Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP) investiert.
Mit der neuen AEMP wurden die Voraussetzungen für den weiteren Ausbau der Chirurgie geschaffen. „Wir haben hochqualifizierte Ärzte, sowohl im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie als auch in der Unfallchirurgie und in der Endoprothetik. Und mit der Komplexität der Operationen steigt der Bedarf an Instrumenten in unseren vier OP-Sälen in Bobingen“, erklärt Martin Gösele, der Vorstand der Wertachkliniken, und dankt den Kolleginnen und Kollegen der Hessing Klinik: „Wir konnten während des Umbaus die Räumlichkeiten und Gerätschaften der AEMP in Göggingen nutzen. Das zeigt, wie gut die Krankenhäuser in der Region mit Blick auf das Allgemeinwohl zusammenarbeiten.“
Die bisherigen Geräte konnten die zunehmende Menge an Spezialinstrumenten innerhalb der regulären Arbeitszeit kaum noch bewältigen. Außerdem waren sie inzwischen in die Jahre gekommen und wurden zunehmend störanfällig. Deshalb mussten einzelne Aufbereitungsprozesse manchmal komplett neu gestartet werden.
„Für meine Kolleginnen und Kollegen hat sich die Arbeitssituation mit den neuen Geräten enorm verbessert“, freut sich Florian Gruber, OP-Leiter der Wertachklinik in Bobingen. Zum einen haben die neuen RDGs, die Reinigungs- und Desinfektionsgeräte, größere Kapazitäten. Dadurch können die Instrumente eines Tages schneller aufbereitet werden und es fallen weniger Überstunden an. Zum anderen arbeiten die Geräte leiser. Und das Problem kennt jeder, der eine laute Spülmaschine zu Hause hat: Ein permanentes Brummgeräusch kann auf Dauer sehr belastend sein.
Das besondere „Zuckerl“ für die Mitarbeitenden in der AEMP: Sie haben jetzt auch einen Ruheraum, in dem tatsächlich Ruhe herrscht. „Bei der Aufbereitung der Medizinprodukte muss jeder einzelne Schritt zuverlässig funktionieren, denn am Ende geht es um die Gesundheit unserer Patientinnen und Patienten“, erklärt Heidi Niedermayr, die Leiterin der AEMP. Die einzelnen Arbeitsschritte fordern von den Mitarbeitenden ein hohes Maß an Konzentration und Sorgfalt. Da tut es gut, wenn man in der Pause einen Raum hat, in dem man sich tatsächlich ein bisschen entspannen kann.
Die neue AEMP mussten sich die Mitarbeitenden der Abteilung jedoch hart verdienen. Drei Monate lang wurde das gesamte OP-Instrumentarium der Wertachklinik Bobingen zur Hessing-Klinik gefahren und dort aufbereitet. Das heißt, auch die Mitarbeitenden selbst mussten pendeln.
„Ich danke meinem Team für die herausragende Einsatzbereitschaft während der Umbauphase und unserem Bautechniker Andreas Lenz, der den Umbau und die Installation hervorragend organisiert hat“, sagt Jeanette Lohrey, Bereichsleiterin High Care, und spricht damit dem Vorstand aus der Seele. „Wir sind nun mit der Aufbereitung der Medizinprodukte für die Zukunft gut aufgestellt.“